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Wie wird Whisky hergestellt?

Wie wird Whisky hergestellt?

Thema: Whisky-Tasting

Triviar

21. Mär. 2024

Komplexe Aromen und ein intensiver, oft rauchiger Geschmack – so beschreiben Whisky-Liebhaber oft ihr Lieblingsgetränk. Was genau beim Whisky-Herstellungsprozess passiert und, dass die Vorstufe des Getränks große Ähnlichkeiten mit Bier hat – das wissen viele Menschen nicht. Aus was genau Whisky also hergestellt wird, wo der erste Whisky produziert wurde und wie der Herstellungsprozess abläuft, das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Geschichte des Whiskys

Whisky – oder eher Whiskey – ist das Nationalgetränk der Schotten, die Geschichte des Whiskys lässt aber darauf schließen, dass der Ursprung des Getränks in einem anderen Land liegt. Unter dem gälischen Namen “Uisge beatha” ist der Whisky in seiner Heimat Irland bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt. Das sogenannte Wasser des Lebens fand seine Verbreitung erst in der Medizin – den Gipfel seiner Bekanntheit erreichte der Whisky aber als alkoholisches Getränk. In Klosteranlagen wurde Whisky hergestellt. Als englische Soldaten im 12. Jahrhundert Irland unterwarfen, brachten sie Uisge beatha mit nach England, wo das Getränk unter dem Namen Whisky bekannt wurde.

Whisky-Herstellung: Zutaten & Rohstoffe

Selbstverständlich besteht jeder Whisky aus verschiedenen Zutaten, schließlich hat jede Whisky-Sorte ihren eigenen Geschmack. Die Zutatengruppen sind aber immer ähnlich:

  • Getreide: Ob klassisch mit Gerste oder günstig mit Weizen, ein Getreide bildet die Grundlage für Whisky.

  • Wasser: Whisky besteht zu einem großen Teil aus Wasser und auch im Herstellungsprozess ist die Wasserqualität entscheidend. 

  • Hefe: Bevor durch die Destillation hochprozentiger Alkohol entsteht, setzt die Hefe einen Gärprozess in Gang.

Schon gewusst: Früher haben die Brennereien ihren Standort nach der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Quellwasser ausgesucht. So wurde der Whisky besonders gut. Heute wird das Wasser über Pipelines transportiert und spielt bei Standortfragen eine untergeordnete Rolle.

Wie wird Whisky hergestellt?

Whisky-Herstellung einfach erklärt – Schritt-für-Schritt zum Whisky

Ob aus Irland, den USA, Japan oder Schottland – jedes Land und auch jede Brennerei stellt Whisky verschieden her und auch zwischen den einzelnen Whisky-Sorten gibt es Unterschiede. Dennoch folgt der Whisky im Herstellungsprozess ähnlichen Schritten – vom Mälzen bis zum Abfüllen in Flaschen. Wir geben dir hier einen Überblick über die Whisky-Produktion.

  • Das Mälzen: Bevor das Getreide für die Whisky-Herstellung bereit ist, muss es gemälzt werden. Die gewaschenen Getreidekörner werden bei der richtigen Temperatur in Wasser gebadet, bis sie zu keimen beginnen. Dabei werden Enzyme aktiviert, die später die Stärke im Korn in Zucker umwandeln – das ist wichtig für die Gärung.

  • Das Darren: Jetzt sind die Getreidekörner bereit und können getrocknet werden. Für einen speziellen Rauchgeschmack im Whisky ist auch das Trocknen über Torfrauch möglich.

  • Das Schroten: Bevor es mit der Whisky-Herstellung richtig losgehen kann, muss das Getreide geschrotet – also zerkleinert – werden.

  • Das Maischen: Der Getreideschrot wird in einem Maischbottich mit Wasser vermischt – hier beginnen dann auch die Enzyme zu arbeiten und wandeln Stärke in Zucker um. Immer wieder wird Wasser hinzugegeben, um möglichst viel Zucker aus den Getreidekörnern zu erhalten. Am Ende erhält man eine zuckrige Flüssigkeit – auch Würze genannt – die bereit ist für den Gärprozess.

  • Das Gären: Beim Maischen ist die Würze sehr heiß geworden, damit die Hefe nicht abstirbt, wird die Flüssigkeit zuerst abgekühlt. Im Gärtank werden Würze und Hefe miteinander vermischt und die Gärung setzt ein. In wenigen Tagen verwandelt die Hefe den entstandenen Zucker in Alkohol. 

Schon gewusst: Bis hierher funktioniert die Produktion von Whisky wie die Bier-Herstellung. Beide Prozesse nutzen die Stärke im Getreide, um einen Gärvorgang in Gang zu bringen und stellen so ein alkoholisches Getränk her.

  • Die Destillation: Beim Gären ist eine Art Vorbier entstanden mit einem Alkoholgehalt von rund 10 %. Erst durch die Destillation entsteht ein hochprozentiger Whisky. Wie auch bei der Herstellung von Gin nutzen Whiskyhersteller die unterschiedliche Siedetemperatur von Wasser und Alkohol. Während das Wasser bei 78 °C noch flüssig ist, beginnt der Alkohol zu verdampfen und steigt nach oben in ein Rohr. Hier wird er zweimal destilliert und hat nun einen Alkoholgehalt von rund 65 %.

Schon gewusst: Je nach individuellen Vorlieben, Whisky-Sorten oder Herkunft wird Whisky in zwei verschiedenen Verfahren destilliert: das Säulenbrennverfahren oder mit Pot Stills.

  • Die Lagerung: Bei der Herstellung von Whisky ist die Lagerung besonders wichtig – erst in Fässern entfaltet der Whisky seinen vollen Geschmack und die Aromen, für die er so geschätzt wird. Ob in neuen Eichenfässern, genutzten Sherryfässern oder wiederverwendeten Whiskyfässern – die Art des Fasses hat großen Einfluss auf den Geschmack des reifenden Whiskys. Mindestens drei Jahre verbringt der Whisky im Fass – ein guter Single Malt reift auch mal gut 10 Jahre.

Schon gewusst: Man schätzt, dass die Lagerung rund 80 % des Geschmacks von Whisky ausmacht. Der Schritt ist für die Herstellung von Whisky deshalb besonders wichtig!

  • Das Blending: Wenn sich jeder Whisky im eigenen Fass individuell entwickelt, wie kommt es dann, dass eine Whisky-Sorte einer Marke immer gleich schmeckt? Beim Blending wird der gereifte Alkohol so miteinander kombiniert, dass der bekannte und erwünschte Geschmack entsteht. Der sogenannte “Master Blender” beaufsichtigt den Prozess und sorgt dafür, dass alles passt. 

  • Das Abfüllen: Damit der Whisky bei dir auf dem Tisch landen oder beim Whisky-Tasting genossen werden kann, muss er in Flaschen abgefüllt werden. Oft wird der Whisky vor dem Abfüllen mit Wasser kombiniert, um ihn milder und auch pur trinkbar zu machen. Bei diesem Arbeitsschritt werden der Name der Brennerei und auch die entsprechende Fassart auf dem Etikett der Flasche notiert.

Wie wird Whisky hergestellt?

Vom Single Malt bis zum Bourbon – Whisky-Sorten für wahre Kenner

Ohne genau auf die einzelnen Whisky-Sorten einzugehen, möchten wir dir hier drei Whisky-Typen vorstellen. 

  • Malt Whisky: Ob als Kombination verschiedener Malt Whiskys unterschiedlicher Brennereien oder als Single Malt Whisky aus einer Brennerei – nur Whisky aus 100 % Gerste ist hier erlaubt.

  • Grain Whisky: Whisky kann natürlich auch aus anderen Getreidesorten wie etwa Mais, Weizen oder Roggen hergestellt werden. Beim Grain Whisky werden die verschiedenen Sorten gemischt – auch hier wird häufig etwas Gerstenmalz beigefügt, da dieses bei der Gärung hilft.

  • Blended Whisky: An den Verkaufszahlen gemessen sind Blended Whisky-Sorten besonders beliebt. Hier werden Malt und Grain Whisky kombiniert. Häufig handelt es sich beim Bourbon Whisky zum Beispiel nicht um einen reinen Grain Whisky, sondern um einen Blended Whisky mit Gerste.

Wie wird Whisky hergestellt?

Unser Fazit

Die Whisky-Erzeugung hat große Gemeinsamkeiten mit der Herstellung von Bier – hast du das gewusst? Während die Würze bei der Bier-Produktion mit Hopfen verfeinert wird, startet bei der Whisky-Herstellung der Destillationsprozess. Anschließend wird das Destillat in speziellen Fässer gelagert und reift – rund 80 % des Whisky-Geschmacks entsteht hier. Du möchtest gerne erfahren, wie sich unterschiedliche Fässer auf die Aromen im Whisky auswirken? Dann melde dich noch heute zum Whisky-Tasting in Hannover, Berlin, München, Frankfurt am Main oder Hamburg an und werde zum wahren Whisky-Kenner!

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